Flur
Alexandra Kiendl I Architektur E-Mail Merken Die schwungvolle Wendeltreppe in Achse mit dem Hauseingang schafft in dem kleinen Doppelhaus eine großzügige vertikale Raumwirkung. Das neue Herzstück des Hauses wurde aus geöltem Eichenholz gebaut und zeigt sich durch die indirekte Beleuchtung von seiner besten Seite. Da die Außenwände im Treppenraum frei von Leuchten bleiben sollten, ließ Lichtplanerin Helen Neumann in die Unterseite der Wangen dimmbare LED-Streifen einsetzen. Zusätzlich sitzt in der Dachfläche ein Lichtkamin, der durch das Treppenauge Tageslicht ins Treppenhaus bringt.
Unter der Treppe, deren Stufen mit Beton-Ciré verputzt sind, verbirgt sich viel Stauraum: Den Einbauschrank fertigte ein Tischler nach den Vorgaben des Paares. Hier finden Schuhe, Kataloge und die Ausrüstung der Fotografin Platz.
LARS POPP & FRIENDS MerkenE-Mail Vom Wohnungseingang aus gesehen, beginnt der Einbauschrank mit einer Wandverkleidung um den alten Stromzähler herum. Diese geht in einen insgesamt sechstürigen Einbauschrank über, der auf einer Höhe von 2,40 Meter viel Stauraum bietet. „Weil wir die einzelnen Schrankelemente an die schrägen Wände anpassten, werden sie zum Bad hin immer tiefer“, sagt Popp. Ein LED-Lichtband, das sich beim Öffnen der Schranktür automatisch einschaltet, sorgt deshalb für optimale Ausleuchtung der bis zu einem Meter tiefen Schränke.
Damit die Flure nicht nach Fluren aussehen, hat Bjørnsen sie wie Bootsstege gestaltet. „Das hat zum einen etwas mit einer gewissen Sehnsucht zu tun. Nach Wasser und Weite. Gleichzeitig fällt durch die Holzstege im ersten und zweiten Stock aber auch Licht und erzeugt spannende Schattenspiele im darunterliegenden Stockwerk.“
Als Bodenbeschichtung wurde Zementestrich verwendet. Geschliffen und mit klarem Polyurethan-Lack versiegelt, läuft er nicht Gefahr, zu vergilben, und passt mit seinem Grauton gut ins Gesamtbild.
„Neben dem Hochbett liebe ich vor allem die Schiebetür zum Badezimmer“, schwärmt White. Die Designerin wollte eine Tür, die den kleinen Eingang zum Bad etwas ironisch umspielt. „Wir haben uns dann für diesen industriellen Look entschieden. Als wir mit der Renovierung begannen, war es aber wirklich eine Herausforderung Scharniere mit dieser Optik in Deutschland zu finden”, erinnert sie sich, „der Industrial Chic war damals einfach noch nicht so angesagt wie jetzt.“
Die Treppe setzt sich dagegen aus zwei Fertigteilen zusammen.
Ein deckenhoher Kubus fängt den Blick im großen Eingangsbereich. Er trennt das Entree vom Wohnraum, verdeckt die Türen zu Bad und Kinderzimmer und lenkt den Blick auch von der Glasfront des Elternschlafzimmers ab. Zudem bietet er vielfältigen Stauraum. Zur Eingangstür hin ist die Garderobe untergebracht. Eine bequeme Bank lädt zum Wechseln der Schuhe ein. Gleich um die Ecke steht für jedes Familienmitglied ein Fach mit persönlichen Dokumenten wie Ausweis oder Impfpass bereit. Zum Essplatz hin ist Geschirr verstaut. Und auf der Seite, die zum Kinderzimmer weist, ist der Kleiderschrank der Kinder untergebracht. Den Kubus hat ein Tischler nach Entwürfen von Antonius Schimmelbusch gefertigt. Die rostfarbenen Oberflächen hat die Familie selbst gestaltet – mithilfe eines besonderen Verfahrens: Dabei wird zunächst eine Farbe mit Eisenpartikeln aufgetragen, die mit einer speziellen Lösung überstrichen wird und anschließend Rost ansetzt. Der Anstrich kann mehrmals wiederholt werden, bis der gewünschte Effekt entstanden ist. Das Produkt auf Wasserbasis, das hier zur Anwendung kam, stammt von dem Hersteller Modern Options.
bad & raumKonzepte E-Mail Merken Die Treppe „Vor dem Ausbau gelangte man über eine klassische Dachluke und eine ausklappbare Leiter auf den Spitzboden. Wir haben uns lange den Kopf zerbrochen, wie man eine platzsparende Lösung für die Treppe findet“, erzählt Sylvester. Im Laufe der Planung zog sie unter anderem in Erwägung, das Treppenhaus zu erweitern oder Zimmer zu verkleinern, um Raum für eine Treppe zu gewinnen. Das Ergebnis ihrer Überlegungen: eine Mischung aus Poolleiter und Ausziehvariante, die ein Metallbauer nach ihren individuellen Vorgaben anfertigte. Die in sich starre Treppenkonstruktion lässt sich bei Bedarf an die Wand schieben. „Eigentlich ist es eine fahrbare Leiter, die auf den Bügeln aufgehängt ist. Wenn man sie an die Wand rollt, schiebt sich der obere Teil weiter nach oben“, erklärt Sylvester den Mechanismus.
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